Präsentieren in großen Buchstaben
Gregor Ottmann | März 25, 2006 on 12:03 pm | In Vermischtes |Softwareentwicklung besteht zu 10% aus Programmierung, zu 5% aus Dokumentation und zu 60% aus Präsentation - der Rest verteilt sich gleichmäßig auf Kaffee und Tiefkühlpizza. Der große Präsentationsanteil ist es allerdings, der dem typischen Softwareentwickler oft die größten Kopfschmerzen bereitet. Schließlich ist es gar nicht einfach, durchgestylte Powerpoint-Folien zu erstellen und das Publikum mit Clip-Art, Diagrammen und vielen Aufzählungen zu begeistern.
Vielleicht sollte man das auch gar nicht tun, denn möglicherweise lenkt das nur ab. Als Alternative sollte man eventuell einmal die Takahashi-Methode des Präsentierens mit großen Buchstaben ausprobieren und sich auf einen guten Vortrag konzetrieren, statt Zeit und Energie für die Erstellung von Folien zu vergeuden, die im Endeffekt doch eher vom Vortrag ablenken, als ihn zu unterstützen. Ob es funktioniert, weiß man wohl erst, wenn man es ausprobiert hat - aber ich finde die Idee durchaus nicht uninteressant.
3 Kommentare »
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Da wir keine Schriftzeichen haben die ein ganzes Wort darstellen und einzelne Buchstaben langweilig sind kann man auch Bilder verwenden. Wenn es passt kann eine solche Präsentation ziemlich ansprechend sein.
Hier ein Link zu einem Video einer solchen (ziemlich guten) Präsentation: http://www.identity20.com/media/OSCON2005/
Sie hat zwar nicht so viel mit “Presentation Zen” zu tun und war bestimmt nicht mit weniger Aufwand verbunden, aber die Zuhörer waren begeistert.
Kommentar von Hendrik Noot — März 28, 2006 #
Es war einmal vor einigen Jahren, in denen man seine Vorträge noch altertümlich mit Tafel, Flipcharts und Klebeschildchen auf Decken unterstützte.
Als man dann das Licht als Projektionsmittel entdeckte, begann man künstlerisch Buchstaben und Grafiken auf Folien zu “malen”. Aus Gründen der Begabung und des hohen Zeitaufwandes hielt man die Anzahl der Folien noch gering. Bis zu dem Tag, als die bedruckbare Folie kam. Viel schlimmer noch waren die Schwarz/Weiß Kopien!!!
Und schon erblickte der Folienfilm das Licht der Welt.
Der Vortragende war in schweißtreibende Wechselorgien auf dem Overhead-Projektor verwickelt und konzentrierte sich eher auf seine sportliche Tätigkeit anstatt den Blickkontakt mit seinem Publikum zu pflegen.
Die digitalen Bildschirmpräsentationen ließen zwar das leidende Publikum in farbigem Licht erstrahlen, jedoch wurden hier wahre Animationswunder entwickelt. Der Zuhörer (sorry der Zuschauer) begegnete den einschwebenden Buchstaben nur moch mit einem staunenden “AAAAH”. Als man diesen im Anschluß bat eine kurze Zusammenfassung des Vortrages wieder zu geben, konnte man nur ein optisches Achselzucken wahrnehmen.
Allmählich näheren wir uns doch wieder den Anfangszeiten unserer analogen Welt, indem wir erkennen, dass die sich einfachsten Mittel doch oftmals bewähren,
Kommentar von mprinz — März 28, 2006 #
Was glaube ich noch gar nicht beachtet wurde, ist die Tatsache, dass es viele Menschen gibt, die dadurch lernen und sich Dinge merken, indem sie es sehen.
D.h. wenn auf einen Präsentation nur ein „(1)“ zu sehen ist, dann können sie sich nur das diese Zeichenfolge erinnern, aber nicht an das gesagte.
Ich bin für eine Reduktion des Textes und eine Aufführung von Spiegelstrichen mit Schlagworten und der Text wird dann entsprechen referiert. Von einer noch stärkeren Abstraktion halte ich dann nichts mehr, da der visuelle Eindruck nicht mehr vermittelt wird.
Kommentar von Florian Graßinger — März 28, 2006 #