SSH als Dateisystem für Linux
Gregor Ottmann | Mai 21, 2007 on 10:41 am | In Know-How, Tools, Vermischtes |Meine private Website wird auf einem Server gehostet, der nach außen hin sinnvoll dicht gemacht wurde: FTP und Co. sind aus, jeglicher Zugriff geht nur über SSH mit Public-Key-Authentifikation. Das ist schön und halbwegs sicher, es als bequem zu bezeichnen, zeugt jedoch von nicht unerheblicher Leidensfähigkeit. Lokal arbeiten und dann immer explizit auf den Server kopieren rockt einfach nicht, ich will mein externes Webroot als Laufwerk (Windows-Denke) oder gemountetes Dateisystem (Linux-Nomenklatur).
An dieser Stelle ahlt es sich aus, dass ich neulich alle meine Privatrechner konsequent auf Ubuntu umgestellt habe. Die folgende Zeile war nämlich im Grunde das Ende meiner Qualen:
sudo apt-get install sshfs
Damit wurde nämlich die endlos coole Software “sshfs”, mit der man per SSH zugängliche Verzeichnisse als Dateisystem mounten kann, installiert - und schon kurz danach hatte ich unter “~/website” alles, was ich haben wollte. Ich liebe es, um es noch mit vorsichtigen Worten auszudrücken. Weniger vorsichtig gewählte Worte würden auf körperliche Reaktionen hinweisen, auf die ich in diesem Blog nicht näher eingehen will…
Als Zusatzinfo möchte ich noch auf ein nettes HowTo bei nixCraft hinweisen, das fast alle wichtigen Hinweise enthält - außer dem, dass die User, die auf sshfs zugreifen sollen, Mitglied der Gruppe “fuse” sein müssen. Wahlweise kann man auch globale Zugriffsrechte auf “/usr/bin/fusermount” und “/dev/fuse” vergeben, aber eins von beiden muss man tun, wenn das alles richtig klappen soll.
Windows-User sehen übrigens mal wieder in die Röhre, aber damit muss man in solchen Angelegenheiten halt leben, wenn man sich für Fenster statt Pinguine entscheidet.
5 Kommentare »
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Zwei kleine Anmerkungen
Nimm statt apt-get aptitude, das tool trackt alle installs mit (samt dependencies) und entfernt dann halt auch alle dependencies wieder, wenn du ein paket deinstallierst.
Windows User sind es gewohnt zu zahlen ;), darum sei hier Webdrive(http://webdrive.com/) zu empfehlen..kostet aber ~50€
ciao
Kommentar von lerler — Mai 22, 2007 #
Ich hatte bisher eigentlich durchaus den Eindruck, dass auch das normale Apt die Dependencies trackt - jedenfalls hat er mir FUSE gleich mit installiert, weil das vom sshfs benötigt wird. Mit einem nonchalanten “apt-get autoremove” wird man auch installiertes Zeug los, das nur automatisch gezogen wurde und somit wahrscheinlich nicht mehr benötigt wird.
(Ist das vielleicht eine Ubuntu-Eigenart? Mit reinem Debian habe ich bisher wenig Kontakt gehabt.)
Kommentar von Gregor Ottmann — Mai 22, 2007 #
Ja, das mit “apt-get autoremove” scheint in neueren apt-get versionen drin zu sein. Hier haben sie was nachgepatcht, denke ich. Aptitude kann ich trotzdem empfehlen
lars
Kommentar von lerler — Mai 24, 2007 #
Ich weiß, du magst keine Apfel-Rechner…
Aber trotzdem möchte ich darauf hinweisen, dass das Tool auch auf Mac OS portiert wurde.
http://code.google.com/p/macfuse/
Kommentar von rob — Mai 31, 2007 #
Ich habe kein Problem mit Apfelrechnern, ich finde nur Apfelrechnerbesitzer, die sich als fanatische Jobs-Groupies geben, doof.
Die Hardware wäre OK, wenn Apple nur vernünftige Displays anbieten würde, die etwas mehr DpI bringen, als man derzeit bekommen kann.
Kommentar von Gregor Ottmann — Juni 1, 2007 #